Borchardt, Rudolf
Rudolf Borchardt wurde 1877 in Königsberg geboren und wuchs in Berlin auf. Nach dem Studium der Klassischen Philologie in Bonn und Göttingen lebte er als freier Schriftsteller überwiegend in Italien. Sein Werk umfasst Gedichte, Dramen, Erzählungen und einen Roman, wissenschaftliche, literarische und politische Essays und Reden, Übertragungen und Anthologien. Borchardt war literarisch eng verbunden mit Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder. Sein ideelles Ziel war ‚Schöpferische Restauration‘. Borchardt konnte nach 1933 wegen der nationalsozialistischen Rassenpolitik in Deutschland nicht mehr publizieren. 1944 mit seiner Familie aus dem italienischen Frontgebiet zwangsweise ins Deutsche Reich gebracht, starb er im Januar 1945 in Tirol.
Neu
Borchardt, Rudolf / Neumann, Markus
Texte aus der Weseler Schulzeit
24,00 €*
Mit einer Dokumentation herausgegeben von Markus Neumann
Schriften der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft, Band 18
Rudolf Borchardt erwarb bereits in jungen Jahren jene geistige Eigenständigkeit,
die sein späteres Werk auszeichnet. Seine Schulzeit
am Königlichen Gymnasium zu Wesel (1893 bis 1895) erweist
sich dabei als prägende Phase: In einem vom humanistischen Bildungsideal
geprägten Umfeld entwickelt sich ein außergewöhnlicher
Schüler, der durch umfangreiche Lektüre, sprachliche Virtuosität
und eigenwillige Urteile hervortritt.Der von Markus Neumann herausgegebene Band macht erstmals
Borchardts vollständig erhaltene Deutschaufsätze aus dem
letzten Schuljahr zugänglich. Die Texte – entstanden zwischen Mai
und Dezember 1894 – behandeln anspruchsvolle Themen wie die
Grenzen von Dichtung und bildender Kunst im Anschluss an Lessings
Laokoon, die Analyse von Kaulbachs Zerstörung Jerusalems,
Charakterstudien zu Shakespeare sowie vergleichende Untersuchungen
zu Achill und Siegfried.Ein ausführlicher Kommentar erschließt die Quellen und zeichnet
ein lebendiges Bild des Gymnasialunterrichts im ausgehenden
19. Jahrhundert. Ergänzt wird die Edition durch Dokumente zur
Schulzeit und zur Abiturprüfung. So bietet der Band zugleich eine
exemplarische Perspektive auf Bildungswelt und literarische Sozialisation
im wilhelminischen Kaiserreich.
Borchardt, Rudolf / Apel, Friedmar / Ott, Ulrich
Swinburne
22,00 €*
Deutsch von Rudolf Borchardt, zweisprachige Ausgabe, herausgegeben von Friedmar Apel, durchgesehen und erweitert von Ulrich Ott
Schriften der Rudolf-Borchardt- Gesellschaft, Band 17
Eine Ballade vom Traumland
Ich barg mein Herz in ein Nest von Rosen, Weit fort vom Sonnigen, tief beiseit,Weicher als los in den Schnee, den losen, Unter den Rosen hielt ichs verschneit. Wie mags nicht schlafen? Wie starrts noch weit,Da nicht Blüte noch Blatt durch den Baum sich regt? Was rüttelt sich Schlummer und schüttelt sein Kleid?Nur weil ein Vogel von fern wo schlägt.…Der englische Dichter Algernon Charles Swinburne (1837–1909) ist einer der umstrittensten und zugleich wirkungsreichsten Autoren des viktorianischen Zeitalters. Seine Gedichte und Dramen stehen einerseits in spätromantischen Traditionen und sind andererseits durch ein pathetisches Bild der Antike geprägt. Hinzu kommt die ekstatische Erotik in vielen seiner Texte.Rudolf Borchardt hat sich lebenslang mit Swinburne beschäftigt. Seine 1919 zuerst erschienene Übersetzung ausgewählter Dichtungen Swinburnes ist auch als Gegenentwurf zu Stefan Georges Übertragungen aus dem Jahr 1905 zu verstehen.Friedmar Apel hat 1990 mit seiner zweisprachigen Edition von Borchardts Swinburne-Übersetzungen die Schriftenreihe der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft eröffnet. Der seit vielen Jahren vergriffene Band wird in dieser Neuausgabe wieder zugänglich gemacht. Ulrich Ott hat die Texte durchgesehen und um die in Borchardts Nachlass erhaltenen weiteren Swinburne-Übersetzungen erweitert. Erstmals sind damit alle von Borchardt übersetzten Dichtungen Swinburnes in einer zweisprachigen Edition verfügbar. Die Buchinformation zum Download
Borchardt, Rudolf / Sprengel, Peter
Wie wortreich ist die Sehnsucht
28,00 €*
Liebesbriefe an Christa Winsloe 1912/13
Schriften der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft, 15
Mit einem Strom von Worten – und Gefühlen – überschüttete Rudolf Borchardt (1877–1945) die elf Jahre jüngere Bildhauerin und spätere Schriftstellerin Christa Winsloe (1888–1944), die er 1912 in München kennengelernt hatte und 1913 in Florenz wiedertraf. Es blieb eine einseitige Beziehung, wie auch die Überlieferung des Briefwechsels einseitig ist, denn nach zwei wechselseitigen Rückgabe-Aktionen sind nur die Briefe Borchardts von 1913 einigermaßen vollzählig erhalten. Als Dokument einer Amour fou stellen sie das Monument einer singulären Rhetorik dar, die nach Bedarf auf mehrere Fremdsprachen ausgreift, zugleich aber auch das Beispiel eines wertkonservativen Bekehrungsversuchs und ein anrührendes Zeugnis der Einsamkeit des dichterischen Ichs ist.